55100, Douaumont,

Meuse, Grand EST

Beinhaus

Beinhaus

Die Geschichte

Die Konstruktion des andenkens

 

Ossuaire de DouaumontDie Schlacht von Verdun : 21. Februar–18 Dezember 1916. 300 Tage und 300 Nächte lang heftige Gefechte. Eine nicht enden wollende Flut von Granaten und Artilleriefeuer. Eine grauenhafte Bilanz: 300.000 Männer – Deutsche wie Franzosen – haben das Leben verloren. Viele von Ihnen bleiben für immer verschollen, viele wird man niemals identifizieren können.

 

Ossuaire de Douaumont

 

 

Ende 1918 : Der Bischof von Verdun, Monseigneur Ginisty, begibt sich gleich in den ersten Stunden des Waffenstillstands auf die Schlachtfelder. Was ihn dort erwartet, ist grauenvoll. Tausende von Körpern, die nicht mehr wiederzuerkennen sind. Diese Entdeckung führt zu der Idee, eine Weihestädte für die unbekannten Soldaten zu schaffen.

1920 : Die ersten beiden Steine des geplanten Monuments werden von seinem Gründer, Monseigneur Ginisty, dem Maréchal Petain und der Fliegerstaffel Lafayette gelegt. Es wird ein Architektenwettbewerb für den Bau des Monuments ausgeschrieben; den Zuschlag erhalten Azema, Edrei und Hardy.

1924–1932 : Während die ersten auf den Schlachtfeldern aufgesammelten sterblichen Überreste unbekannter Soldaten in einer provisorischen Kapelle vorläufige Ruhe finden, wird mit dem Geld, das Monseigneur Ginisty, seine Mitarbeiter und das Komitee des Beinhauses gesammelt haben, das Monument errichtet. Die Hauptfassade des Monuments zeigt die Wappen der 147 Städte, Regionen und Länder, die sich an der Finanzierung des Bauwerks beteiligt haben.

1927 : Das Beinhaus befindet sich noch im Bau, als dort die erste bedeutende Zeremonie vor mehr als 30.000 Personen abgehalten wird. Die ersten unbekannten Körper werden von der provisorischen Kapelle zum Monument überführt.

 Am 7. 1932 : offizielle Einweihung des Monuments durch den französischen Staatspräsidenten Albert Lebrun.

1984 : der berühmte Handschlag von Staatspräsident François Mitterand und Bundeskanzler Helmut Kohl der erste große Schritt der Versöhnung auf dem Weg zur Verbrüderung unserer zwei Staaten.

2016 : zweite deutsch-französische Begegnung anlässlich des hundertsten Jahrestags der Schlacht – Staatspräsident François Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Der Gewölbegang

Die „Flamme du souvenir“

Ossuaire de Douaumont

 

 

Zentrales Element des Monuments ist der 137 m lange Gewölbegang des Beinhauses. Er erschließt die 22 Kammern mit den Grabmalen, die für die 46 Schlachtfeldbereiche der Schlacht von Verdun stehen. Unter diesen Grabmalen liegen die 130.000 unbekannten Soldaten, die nach dem Waffenstillstand auf den Feldern des Schlachtfelds von Verdun aufgelesen wurden. An die 4.000 Inschriften bedecken Wände und Decke des Gewölbegangs. Ca. hundert gravierte Steine sind einem Regiment, einem Gedenkverein oder einem patriotischen Verband gewidmet. Tausende von Steinen tragen einfach nur den Namen eines französischen oder deutschen Gefallenen. Jeder dieser Namen gehört zu einem Mann, der auf den Schlachtfeldern von Verdun verschollen ist. In den beiden gewaltigen Schalen, die an beiden Enden des Gewölbegangs stehen, brennt an besonderen Tagen und bei wichtigen Zeremonien die Flamme der Erinnerung.

Kapelle

Ort der Besinnung

Ossuaire de Douaumont

 

Die romanisch-byzantinische Kapelle erhob sich gemeinsam mit dem Turm als Erstes vom Boden. Sie ist eine Gabe der französischen, belgischen, schweizerischen, kanadischen und amerikanischen Katholiken voller Symbolik. Hier liegen auch der Gründer des Beinhauses, Monseigneur Ginisty, und der Kanoniker Noel begraben. Die beiden Männer hatten sich für die Gefallenen eingesetzt, die in diesem Monument beigesetzt wurden; ihr Wunsch war es, in ihrer heiligen Ruhestätte für immer bei ihnen zu sein. Bemerkenswert ist auch der Altar der Kapelle. Er trägt auf goldenen Gedenkplatten die Namen von etwa hundert Geistlichen, die in der Schlacht verschollen sind. Die von Familienangehörigen der Gefallenen gestifteten Kirchenfenster – ebenfalls zentrale Elemente in der Kapelle – hat der Künstler Georges Desvallieres geschaffen. Sie illustrieren Ereignisse der Religionsgeschichte und verbinden das Schicksal der Soldaten während der Gefechte mit dem Empfang, den der Himmel ihnen bereitet. Bleiben zu erwähnen die Statuen des Bildhauers Elie Jean Vezien, die in der Kapelle zu bewundern sind, allen voran die großartige Ausführung der Pietà auf dem Hauptaltar.

Der Turm

Rundblick

Er wird auch „La Lanterne des morts“ (Laterne der Toten) genannt. Der Turm des Beinhauses ist 46 Meter hoch und bietet einen uneingeschränkten Blick auf das Schlachtfeld. Er ist eine Gabe der Amerikaner und wurde gemeinsam mit der Kapelle als Erstes gebaut. Auf der Hälfte des Aufstiegs erinnern Vitrinen mit Ausrüstung und Momentaufnahmen an die Soldaten beider Lager.  Auf der Spitze des Turms sind neben der Aussicht und den Hinweistafeln zwei Symbole bestimmend: das Leuchtfeuer und die Glocke. Das Leuchtfeuer taucht das Schlachtfeld jede Nacht in weißes und rotes Licht. Es ist kilometerweit zu sehen.  Die Glocke Louise Anne Charlotte – auch „Bourdon de la Victoire“ (glorreiche Hummel) genannt – wurde von der Amerikanerin Mme Thorburn Van Buren gestiftet. Sie wurde in Orléans gegossen und auf dem Weg nach Douaumont in jeder Stadt von einem Festzug begrüßt. Der Gründer des Beinhauses, Monseigneur Ginisty, taufte sie 1929; seitdem besteht ihre Aufgabe darin, dreimal am Tag zu läuten. Sie ertönt auch bei wichtigen Anlässen, um allen Menschen das Schicksal der Gefallenen in Erinnerung zu rufen.

Der Shop

 

Im Untergeschoss, befindet sich vor dem Eingang zum Filmsaal der Shop und der Hauptempfang des Monuments. Hier erhalten Sie Auskunft und finden darüber hinaus manche Souvenirs zum Mitbringen und Verschenken.  Der Shop verfügt außerdem über eine sehr große Auswahl an Werken für begeisterte Leser.

Der Filmsaal

 

« Die Zeit das Vergessen mit sich bringt»

Das Beinhaus ist auch mit einem Filmsaal ausgestattet. Der hier durchgehend gezeigte Film, der etwa zwanzig Minuten dauert, erzählt von der Schlacht von Verdun und der Aufgabe des Monuments seit seiner Entstehung bis zum heutigen Tag. Abgesehen von dieser Vorführung finden im Beinhaus gelegentlich auch Konferenzen und Symposien statt.

 

« Verdun , des Hommes de boue ».

Eine neue Fassung des Films ( in full HD )

 

  • Dauer : 20 Minuten.
  • Vorführungen : alle 30 Minuten
  • Der Film wird simultan auf Deutsch, Englisch, Niederländisch, Russisch und Chinesisch übersetzt.
  • Zugang und Parkplätze für Personen mit eingeschränkter Mobilität.
  • Reservierungen und Preise : +33 (0)329 845481
  • E-Mail : reservation.ossuaire@orange.fr